Fahrgestellnummer IFA??? DKW??? F8

      Fahrgestellnummer IFA??? DKW??? F8

      Hallo F8 Gemeinde
      kann mir jemand weiter helfen,ich besitze einen F8,laut Typenschild: DKW F8,Fahrgestell F3852-8,Motor 359755-76,Hubraum 700,20Ps,leider ist in das Typenschild kein Baujahr eingetragen,an der Frontmaske befindet sich das IFA Abzeichen,der versuch im August Horch Museum etwas zu erfahren war erfolglos,mfg
      Hallo Rollbock,

      ich zweifle bei weitem nicht an Deinen Lesefähigkeiten, auch bin ich kein Genie in Sachen DKW-Historie, aber ich hab' mal im Lisse-Jürgen-Buch nachgesehen. Da steht zwar nicht alles drinne, aber bissl was und manches weiß man mittlerweile auch; über Vorkriegs-DKW soll was in "Erdmann - Vom Dampfkraftwagen zur Meisterklasse, autovision-Verlag" stehen, das hab' ich aber nicht. Weder mit der Motornummer noch mit der Fahrgestellnummer kann ich so ohne weiteres was anfangen. Die Fahrgestellnummer entspricht nicht ansatzweise den IFA-Nummern für Neufahrzeuge und Vorkriegsnummern fangen soweit ich weiß immer mit F8-... an, siehe aber die vorige Antwort ('s gibt bestimmt so allerlei neben der Norm...). Zunächst zum Motor. Würde man einmal eine Motornummer nur aus den ersten fünf Stellen annehmen, so wäre dies im Nummernbereich für die nach dem Krieg gebauten F8-Motoren. Für 1959 beginnt die Fertigung mit der Nummer 47 616, begonnen hat sie 1949 mit der 11 101 und muß laut dem Buch fortlaufend aufwärts gezählt sein. 1955 ist bis auf einige Cabrios die F8-Fertigung eingestellt worden, 1955 sind noch 5607 F8 gefertigt worden. Unterstellt man mal etwa 1500 Ersatmotoren pro Jahr (1959 1481 Motoren), so käme man mit der 35 975 so etwa auf 1954...1955 für den Motor, wie gesagt, wenn man die anderen Zahlen vernachlässigt, alles in allem wäre das nicht unwahrscheinlich, wenn nämlich Du Dir Deinen Rahmen noch einmal genauer anguckst. Zunächst einmal, um auf Nummer Sicher zu gehen: Was für eine Vorderachse hast Du denn drinne? Sieht sie ungefähr hinsichtlich der Radaufhängung aus wie beim P70 / F9 / ganz frühe 311'er Wartburgs, das müßte sie ab 1954 nämlich tun? Wenn ja, dann mußt Du Dir Deine Fahrgestellnummer noch mal ganz genau angucken, ob das wirklich alles ist oder ob vor dem F noch was steht, mir erscheint die Nummer ein wenig kurz. Sieht die Nummer ganz sauber aus oder könnte sie auch nachträglich / etwas rustikal von Hand eingeschlagen worden sein? Weiterhin wäre noch die Frage, ob das "F" einfach so dasteht, oder ob rundrum noch ein "Muster" ist. Außerdem mußt Du noch mal gucken, ob der Bereich so um die Fgst.-Nummer herum so aussieht, als wäre dort mal geschliffen worden oder nicht. Wenn nicht, so käme noch in Frage, ob das "F" vielleicht ein "E" ist? Sinn des Rätselns und Fragens ist folgender: Sieht's um die Nummer rum aus wie weggeschliffen und frisch von Hand was anderes eingeschlagen und ist womöglich rund um das "F" noch so ewas wie zum Beispiel eine "Wolke", so daß es wie ein etwas amtlicher Stempel wirkt, vielleicht sogar noch vor dem "F" zwei Zahlen stehen und eben auf jeden Fall die sagen wir mal "Einheitsvorderachse" vorhanden, so handelt es sich mit ganz großer Wahrscheinlichkeit um einen in einer damals dafür zugelassenen Werkstatt regenerierten Vorkriegsrahmen, der nach Werksvorgabe mit Teilen aus dem Werk auf IFA-Stand gebracht wurde. Wenn dem so wäre, dann stünde das "F" für den Bezirk, in dem die ausführende Werkstatt für die Regenerierung ansässig war, also für den Bezirk Erfurt (es muß ein wenig Gewurschtel damals gegeben haben, das F war wohl auch mal für den Bezirk Cottbus angedacht, ist es doch ein "E", dann wär's Bezirk Frankfurt/Oder), könnte das vielleicht sein? Wenn ja, dann gilt das ab 1953, weils vorher die Bezirkskürzel nicht gab. Wenn alles "wie original" aussieht und trotzdem IFA-Stand ist, dann drängt sich der Verdacht auf, daß es sich um einen Ersatzrahmen handeln könnte, da zumindest in späteren Jahren DDR-Fahrzeuge bei Ersatzkarossen / -rahmen, soweit Nummen werksseitig eingeschlagen wurden, diese mit einem "E" beginnen. Das an der Karosse nichts Vernünftiges dransteht, ist schade, ich habe von MEKAWE wenigstens ein Fabrikschildchen dran, auch wenn ich noch keinen gefunden habe, der die Nummer drauf zuordnen kann. Wenn nun aber kein Baujahr im Typenschild steht, gibt das trotzdem Sinn, weil es vermutlich keines gibt (frei nach Sendung mit der Maus: Klingt komisch, ist aber so. ) Jedenfalls ist für den Kombi in Meerane 1964 die letzte Ersatzkarosse gefertigt worden (wie lange Gläser Limousinenhäuschen gebaut hat, weiß ich nicht) und offiziell war zum 31.12.1965 Schluß mit der Ersatzteilfertigung für den F8, wobei die Motoren noch ein Jahr länger gebaut wurden. Wenn Du nun noch vielleicht hier und da DKW-Brocken in Deinem F8 findest, so liegt der Schluß nahe, daß Du einen in Privat- / Behörden- / Betriebsregie aufgebauten F8 hast, der auf Basis eines nicht mehr reparaturfähigen Vorkriegs-DKW erfolgte, vielleicht ist es auch ein weiteres Leben eines IFA-F8 nach einem schweren Unfall. Bis in die 60'iger war es schließlich möglich, sich aus Ersatzteilen einen "neuen" F8 zu bauen, indem man sozusagen an den Tankdeckel ein anderes Auto geschraubt hat und da wird es wohl einfach vergessen worden sein, irgendwo mal ein Baujahr mit einzuschlagen. Vielleicht hilft Dir das, auf vielen kleinen Teilen steht oft auch zumindest eine Jahreszahl, wo man in der Summe auf ein Aufbaujahr schließen könnte. Kannst uns ja mal auf dem Laufenden halten,

      es grüßt der Karl.
      Hallo Rollbock,

      mir ist mittlerweile vom Herrn Erdmann ein Buch zugelaufen ("DKW-Automobile von 1907-1945", ISBN 978-3-7688-3513-8), in dem sämtliche Vorkriegsfahrgestellnummern von DKW aufgeführt und erklärt sind, aber da paßt die Deine auch nicht dazu, dort stehen nur 6...7-stellige Zahlen drin,

      der Karl.

      Karl schrieb:

      Hallo Rollbock,

      ich zweifle bei weitem nicht an Deinen Lesefähigkeiten, auch bin ich kein Genie in Sachen DKW-Historie, aber ich hab' mal im Lisse-Jürgen-Buch nachgesehen. Da steht zwar nicht alles drinne, aber bissl was und manches weiß man mittlerweile auch; über Vorkriegs-DKW soll was in "Erdmann - Vom Dampfkraftwagen zur Meisterklasse, autovision-Verlag" stehen, das hab' ich aber nicht. Weder mit der Motornummer noch mit der Fahrgestellnummer kann ich so ohne weiteres was anfangen. Die Fahrgestellnummer entspricht nicht ansatzweise den IFA-Nummern für Neufahrzeuge und Vorkriegsnummern fangen soweit ich weiß immer mit F8-... an, siehe aber die vorige Antwort ('s gibt bestimmt so allerlei neben der Norm...). Zunächst zum Motor. Würde man einmal eine Motornummer nur aus den ersten fünf Stellen annehmen, so wäre dies im Nummernbereich für die nach dem Krieg gebauten F8-Motoren. Für 1959 beginnt die Fertigung mit der Nummer 47 616, begonnen hat sie 1949 mit der 11 101 und muß laut dem Buch fortlaufend aufwärts gezählt sein. 1955 ist bis auf einige Cabrios die F8-Fertigung eingestellt worden, 1955 sind noch 5607 F8 gefertigt worden. Unterstellt man mal etwa 1500 Ersatmotoren pro Jahr (1959 1481 Motoren), so käme man mit der 35 975 so etwa auf 1954...1955 für den Motor, wie gesagt, wenn man die anderen Zahlen vernachlässigt, alles in allem wäre das nicht unwahrscheinlich, wenn nämlich Du Dir Deinen Rahmen noch einmal genauer anguckst. Zunächst einmal, um auf Nummer Sicher zu gehen: Was für eine Vorderachse hast Du denn drinne? Sieht sie ungefähr hinsichtlich der Radaufhängung aus wie beim P70 / F9 / ganz frühe 311'er Wartburgs, das müßte sie ab 1954 nämlich tun? Wenn ja, dann mußt Du Dir Deine Fahrgestellnummer noch mal ganz genau angucken, ob das wirklich alles ist oder ob vor dem F noch was steht, mir erscheint die Nummer ein wenig kurz. Sieht die Nummer ganz sauber aus oder könnte sie auch nachträglich / etwas rustikal von Hand eingeschlagen worden sein? Weiterhin wäre noch die Frage, ob das "F" einfach so dasteht, oder ob rundrum noch ein "Muster" ist. Außerdem mußt Du noch mal gucken, ob der Bereich so um die Fgst.-Nummer herum so aussieht, als wäre dort mal geschliffen worden oder nicht. Wenn nicht, so käme noch in Frage, ob das "F" vielleicht ein "E" ist? Sinn des Rätselns und Fragens ist folgender: Sieht's um die Nummer rum aus wie weggeschliffen und frisch von Hand was anderes eingeschlagen und ist womöglich rund um das "F" noch so ewas wie zum Beispiel eine "Wolke", so daß es wie ein etwas amtlicher Stempel wirkt, vielleicht sogar noch vor dem "F" zwei Zahlen stehen und eben auf jeden Fall die sagen wir mal "Einheitsvorderachse" vorhanden, so handelt es sich mit ganz großer Wahrscheinlichkeit um einen in einer damals dafür zugelassenen Werkstatt regenerierten Vorkriegsrahmen, der nach Werksvorgabe mit Teilen aus dem Werk auf IFA-Stand gebracht wurde. Wenn dem so wäre, dann stünde das "F" für den Bezirk, in dem die ausführende Werkstatt für die Regenerierung ansässig war, also für den Bezirk Erfurt (es muß ein wenig Gewurschtel damals gegeben haben, das F war wohl auch mal für den Bezirk Cottbus angedacht, ist es doch ein "E", dann wär's Bezirk Frankfurt/Oder), könnte das vielleicht sein? Wenn ja, dann gilt das ab 1953, weils vorher die Bezirkskürzel nicht gab. Wenn alles "wie original" aussieht und trotzdem IFA-Stand ist, dann drängt sich der Verdacht auf, daß es sich um einen Ersatzrahmen handeln könnte, da zumindest in späteren Jahren DDR-Fahrzeuge bei Ersatzkarossen / -rahmen, soweit Nummen werksseitig eingeschlagen wurden, diese mit einem "E" beginnen. Das an der Karosse nichts Vernünftiges dransteht, ist schade, ich habe von MEKAWE wenigstens ein Fabrikschildchen dran, auch wenn ich noch keinen gefunden habe, der die Nummer drauf zuordnen kann. Wenn nun aber kein Baujahr im Typenschild steht, gibt das trotzdem Sinn, weil es vermutlich keines gibt (frei nach Sendung mit der Maus: Klingt komisch, ist aber so. ) Jedenfalls ist für den Kombi in Meerane 1964 die letzte Ersatzkarosse gefertigt worden (wie lange Gläser Limousinenhäuschen gebaut hat, weiß ich nicht) und offiziell war zum 31.12.1965 Schluß mit der Ersatzteilfertigung für den F8, wobei die Motoren noch ein Jahr länger gebaut wurden. Wenn Du nun noch vielleicht hier und da DKW-Brocken in Deinem F8 findest, so liegt der Schluß nahe, daß Du einen in Privat- / Behörden- / Betriebsregie aufgebauten F8 hast, der auf Basis eines nicht mehr reparaturfähigen Vorkriegs-DKW erfolgte, vielleicht ist es auch ein weiteres Leben eines IFA-F8 nach einem schweren Unfall. Bis in die 60'iger war es schließlich möglich, sich aus Ersatzteilen einen "neuen" F8 zu bauen, indem man sozusagen an den Tankdeckel ein anderes Auto geschraubt hat und da wird es wohl einfach vergessen worden sein, irgendwo mal ein Baujahr mit einzuschlagen. Vielleicht hilft Dir das, auf vielen kleinen Teilen steht oft auch zumindest eine Jahreszahl, wo man in der Summe auf ein Aufbaujahr schließen könnte. Kannst uns ja mal auf dem Laufenden halten,

      es grüßt der Karl.
      Vielleicht sind wir heute schlauer.... Ich hatte vor Jahre mal angefragt wegen Rahmennummer IFA F8,welche ich nochmal in die Runde werfe. Zitat(etwas abgeändert!):wo kommen die 4-stelligen Rahmennummern her? Bei meinem IFA F8-CabrioExport ist sie eben so kurz.(Bj.1952) Nr.:* 6251* -für Informationen von Kennern bin ich dankbar. Also,auf dem Federbock wo die Rahmennummer eingeschlagen ist , steht links ein "S" und rechts ein "D". Auf den Brems- u. Gaspedal ist ein Audizeichen mit eingegossen (geschmiedet).Ist mein Cabrio nun ein Zwitter , wo nach dem Krieg die Restbestände verwertet wurden oder wurde er umgebaut? Im DDR-Brief steht Limousine und auch die Rahmennummer 6251 .Was steht bei den anderen Exportmodellen denn im DDR-Brief drin (Cabrio oder Limousine)? Hat jemand eine Idee?
      Hallo Rollbock,

      beim Motor ist's jetzt eindeutig, es ist ein IFA-Motor, der 8488. seit 1949. Nimmt man durchschnittlich knapp 1000 Ersatzmotoren/Jahr zuzüglich zu der laufenden Fahrzeugproduktion an, kommt man auf etwa 1951 als Produktionsjahr, genauere Angaben unbekannt. Zur Rahmennummer bin ich durch eigene Nachforschungen seit damals auch etwas schlauer. Zuvor, von welchem Auto reden wir? Generell gilt, Federbock ist eigentlich nur der Ort für die Rahmennummer bei Vorkriegs-DKW, beim IFA steht sie auf dem beifahrerseitigen Stoßstangenträger. Auto-Union-Ringe sind bis Ende 1951 auch an IFA-Teilen vorhanden, mit dem Jahresende 1951 wurde deren Verwendung aus markenschutzrechtlichen Gründen aufgegeben (hat der Motor noch die Ringe, wenn nein, dann 1952?). Zu IFA-Zeiten wurden im Werk AUDI soweit bekannt die Rahmen bereits mit allem für alle Rahmen einheitlichen vorbeschriftet, also " F8 {Leerzeichen für Aufbautyp bzw. E für Ersatzrahmen}*{5xLeerzeichen für fortlaufende Nummer}* ". Es wäre also zunächst zu prüfen, steht eine solche "leere" oder angefangene Fahrgestellnummer auf dem Stoßstangenträger? Wenn ja, so ist es definitiv ein IFA-Rahmen, wenn nein, stand dort mal was und ist weggeschliffen, wenn generell nein, dann sehr rätselhaft. Für vierstellige Fahrgestellnummern gilt: Es handelt sich um polizeilich zugeteilte Nummern bei genehmigtem Neuaufbau eines Fahrzeuges. Diese wurden von der Polizei selbst oder auch von dazu freigegebenen Werkstätten bei (weitgehendem) Abschluß des Fahrzeugaufbaus eingeschlagen, wobei die letzten beiden Ziffern vermutlich (!) das Jahr bedeuten. Deutlich vor April 1953 können die späteren Bezirkskennzeichen wie im langen alten Beitrag erwähnt nicht verwendet worden sein, weil diese eben erst ab 20. April 1953 gültig waren. Der Anbringungsort Federträger würde für eine solche neu zugeteilte Fahrgestellnummer insofern Sinn machen, als daß er am fertigen Fahrzeug definitv einfacher zu erreichen ist, als der Stoßstangenträger. Um auf letzterem etwas einschlagen zu können, muß ja fast zwangsläufig die Kühlermaske ab sein, was nur für das Nummerneinschlagen ein doch gewaltiger Aufwand an einem sonst fertigen Fahrzeug wäre. Was das Exportcabriolet angeht, so läßt sich sagen, daß Limousinen und Cabrios das gleich Kürzel "P" in originalen Zwickauer Fahrgestellnummern hatten. Da in der DDR Fahrzeugbriefe erst seit 1957 ausgegeben wurden, besteht also durchaus Spielraum für spätere Fehleintragungen, von den Umschreibungen nach der Wende ganz abgesehen (oft wurde aus dem Ausstelldatum des ersten Briefes die Erstzulassung!). Weitere Auskünfte sind mir derzeit nicht möglich, es gibt aber eine Chronik des Karrosseriewerkes Dresden, wo die Exportcabriokarrosse herstammt, wo noch etwas niedergeschrieben sein könnte über die Karrosserien und deren Verwendung, diese habe ich aber derzeit (noch) nicht. Herzliche Grüße,

      Karl.
      Karl, ist noch steigerungsfähig :thumbsup:

      z. B

      beimmotoristsjetzteindeutigesisteinIFAmotorder8488seit1949nimmtmandurchschnittlichknapp1000 ersatzmotorenjahrzuzüglichzuderlaufendenfahrzeugproduktionankommtmanaufetwa1951 als produktionsjahrgenauereangabenunbekanntzurrahmennummerbinichdurcheigenenachforschungen

      Spart Platz und Speicher ^^
      Jetzt hat das Ding gerade mal 50Jahre gehalten und ist schon kaputt, da Lob ich mir doch das Zeug aus China ;(

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Alt-schraubaer“ ()