Hinterachsfeder für F8

      Hinterachsfeder für F8

      Hallo,restauriere zur Zeit ein F8 Cabriolet.Vor der
      Zerlegung des Hinterachsfederpakets passte diese
      einwandfrei in die Gleitaufnahme der Hinterachse.
      Nach der Zerlegung und anschließender Reinigung
      wurde das Federpaket wieder zusammengebaut, und
      siehe da,die Feder war in der Länge verkürzt so das sie
      nur ganz knapp vor die Gleitaufnahme passte. Die
      oberen Federauflagen scheinen das untere Federblech
      nach oben zu ziehen,so daß der Radius verkleinert wird
      und das Blech somit verkürzt wird.
      Hat jemand damit ähnliche Erfahrungen gemacht und
      kann helfen.

      MFG
      ölsumpfi
      Hallo,
      da ich auch kurz davor bin, die Federn zu zerlegen, hat mich Ölsumpfi's Bericht gleich hellhörig gemacht. Ich habe auch gleich mal im Heft 03/06 nachgeschaut. Dort ist zwar sehr viel zur Blattfeder gesagt, irgendwelche Besonderheiten beim Zusammenbau habe ich aber nicht gefunden. Also, dann hier die Bitte an HO, um paar Tipps, wie eine zu starke Krümmung nach dem Zusammenbau zu verhindern ist.
      Gruß Jens

      Federproblem

      Habe Feder nicht zerlegt,aber der techn. Sachverstand sagt mir,das wenn man (Mann) die Feder einmal zerlegt hat , die Vorspannung (welche durch das Fzg.-gewicht entstanden war) verloren ging.Man sollte mit Holzbalken ca. 12X12cm sowie 2 dicken Zurrgurten und Scherenwagenheber oder Hydraulisch die Feder vorspannen. Die Gurte schön weit außen anbringen und den Wagenheber rückseitig in der Mitte auf gebohrte Holzplatte(wegen des Herzbolzens,Kippgefahr) vorsichtig vorspannen!Danach müsste es sich problemlos montieren lassen.Es sollte das Vorher- Nachher-Maß verglichen werden von Federauge zur anderen Seite.Besser ist noch,man baut es vorgespannt ein,dann sieht man auch gleich ob man mehr oder weniger spannen muss.Viel Spaß
      ...und die Hebeldämpfer halten die Hinterachsfeder in Vorspannung, damit sie nicht rausflutscht, sonst würde sie ja eben rausflutschen. Das sagt mir mein techn.Verständnis oder liege ich da falsch?? Wie viel Lagen habt Ihr drin, ich meine zu behaupten bei mir ist eine dazu gekommen??
      Original von ifaf8cabrio
      ...und die Hebeldämpfer halten die Hinterachsfeder in Vorspannung, damit sie nicht rausflutscht, sonst würde sie ja eben rausflutschen. Das sagt mir mein techn.Verständnis oder liege ich da falsch?? Wie viel Lagen habt Ihr drin, ich meine zu behaupten bei mir ist eine dazu gekommen??
      ----- ja,da liegst Du wohl nicht ganz richtig.Die Federseite ohne Auge ist etwas umgebogen und wird im entlasteten Zustand durch einen 8-er Bolzen gegen das Rausrutschen gesichert.Ob aber die Hebeldämpfer genau diesen Weg begrenzen,wage ich doch anzuzweifeln?!-aber zum eigentlichen Thema,denke ich doch an meine gesendete These.
      Hallo,
      ich musste mal ein schon etwas älteres Thema wieder auskramen.

      Nur für mein Verständnis, bevor ich mir die Arbeit doppelt machen muss bzw. etwas falsch mache.

      Ich hatte meine hintere Blattfeder auseinandergenommen, gereinigt, auf Verschleiß/Bruch kontrolliert und neu mit Graphitfett geschmiert. Nach dem Zusammenbau ist mir aufgefallen, dass die Sprengung deutlich größer geworden ist, obwohl ich alles in derselben Art und Weise zusammengebaut habe. Die Vorspannung ist also wahrscheinlich weg.
      Wenn ich jetzt die Länge messe und mit den Maßen an der Achsaufnahme vergleiche, muss ich auch feststellen, dass die Blattfeder gerade so auf der rechten Auflage aufliegen würde - so wie im Eingangsbeitrag.
      Um jetzt eine dauerhafte Vorspannung aufzubauen genügt es mit der beschriebenen Vorrichtung die Blattfeder zu belasten? Aber geht diese Vorspannung dann nicht wieder weg, wenn ich alles entlaste? Oder verspannt sich dann etwas innerhalb der Feder?
      In einem ersten Versuch hat dies irgendwie nicht so richtig funktioniert und die Feder hat nahezu ihre ursprüngliche Form wieder angenommen.

      Vielen Dank schon mal und schöne Ostern auch wenn dieses in diesem Jahr wohl bei den meisten etwas anders ablaufen wird.

      Viele Grüße
      Daniel
      Hallo Daniel,
      wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Feder nach dem Zusammenbau stärker gebogen als vorher, liegt aber noch auf der Auflagen auf. Dann ist doch alles gut, durch die Last des Fahrzeugs setzt sie sich dann wieder. Nach meiner Meinung lässt sich die Vorspannung nicht beeinflussen, das geht nur beim Sprengen der Feder.
      Gruß Jens
      Hallo,
      der Jebi hat schon recht. "Versetzt Euch mal in eine Blattfeder hinein": Die einzelnen Lagen sind zunächst einmal nennen wir es mal Streifen aus Flachstahl. Einen solchen Streifen kann man belasten, dann biegt er sich, entlastet man ihn, geht er wieder in die Ausgangsform zurück. Belastet man ihn wenig, also mit wenig Kraft, so biegt er sich nur ein bischen, belastet man ihn stärker, so biegt er sich auch stärker. Das funktioniert so lange, wie man im elastischen Bereich der Verformung bleibt. Das ist genau der Bereich, in dem eine Feder arbeiten soll, schließlich will man ja nicht, daß das Auto bei jedem Einfedern hinterher ein Stückel tiefer liegt. Allerdings ist ja nun eine Blattfeder im Auto von Hause aus nicht im unbelasteten Zustand gerade, sondern sie ist gewölbt (richtig: gesprengt). Um dies zu erreichen, werden die einzelnen Federlagen vom Federnschmied gezielt über den elastischen Bereich hinaus belastet, man kommt in den plastischen Bereich und das bedeutet salopp ausgedrückt, man verbiegt das ehedem gerade Stückel Flachstahl gezielt. Wer so etwas ausprobieren will, der biege etwas Flachstahl, zuerst wird er immer wieder zurückfedern, irgendwann bleibt er aber krumm, wiewohl immer noch ein elastischer Anteil wieder zurückgeht. Man muß also mehr verformen, als man hinterher haben will. Das Sprengen führt zu einer Verdichtung des Materialgefüges auf der Innenseite des Bogens, die Feder wird dadurch haltbarer, drum sehen Blattfedern im Auto alle so "krumm" aus. Biegt man an einer Federlage nicht herum, so kann sie sich also auch nicht in ihrer Form ändern, zumal man bei Federstahl aufgrund seiner Festigkeit schon ganz gehörig biegen muß, um in den plastischen Bereich zu kommen. Das ist durch bloßes Zerlegen einer Blattfeder unmöglich. Nun darf man aber eines nicht vergessen. Die Feder, die nach langer Einsatzzeit zerlegt wurde, besteht ja aus mehreren Lagen und wer so etwas schon mal gemacht hat, wird festgestellt haben, daß die kürzeren Lagen mehr gesprengt sind als die längeren. Beim Zerlegen merkt man das daran, daß beim Lösen des Herzbolzens die Federlagen in der Mitte sich voneinander abheben, während sie sich außen noch fest berühren. Die einzelnen Federlagen reiben also beim Einfedern aufeinander. Das ist auch gewollt, es führt nämlich zu einer Eigendämpfung der Federbewegung quasi mit integrierter Stoßdämpferfunktion. Wie sonst hätte eine DKW-Reichsklasse ohne Stoßdämpfer hinten sonst je fahrbar sein können. Nach langer Nutzungszeit ist aber der Schmierstoff raus zwischen den Federlagen und dafür der Rost drinnen. Es ist also die Reibung zwischen den einzelnen Federlagen stark erhöht. Daraus folgt zweierlei: 1.: Es federt das Auto nur noch sehr bockig, da zum Einfedern sich die einzelnen Federlagen ja gegeneinander verschieben müssen, dieses aber sehr erschwert ist. 2.: Wenn das Auto ausfedert, also die Belastung der einzelnen Lagen geringer wird und damit auch die verbleibende Federkraft, so steht dem eine erhöhte Reibung entgegen und blockiert so ein vollständiges Ausfedern, das Auto liegt also zunehmend tiefer (es hängt in den Federn). Es langt halt einfach die Federkraft in den Lagen nicht mehr aus, gegen die erhöhte Reibung anzustinken und die Feder in ihre ursprünglich gedacht Form zurückzubringen. Wenn Du nun hergehst und zerlegst die Feder und hast genau den Moment erwischt, wo die Federlagen noch nicht beschädigt sind, sondern einfach nur trocken laufen, so trennst Du die Federlagen voneinander durch Lösen des Herzbolzens. Damit verschwindet die Reibung zwischen den Lagen, die einzelnen Lagen können ihre ursprüngliche Form endlich wieder einnehmen. Reinigst und schmierst Du jetzt alles auch noch richtig und baust frisch zusammen, so hats Du die ungewollte hohe Reibung beseitigt und siehst die ursprüngliche Sprengung wieder, weswegen natürlich die Feder erst einmal kürzer ist. Belastest Du im ausgebauten Zustand die Feder, ist es ein gutes Zeichen, wenn sie nach Entlastung nahezu ihre ursprüngliche Form wieder annimmt, alldieweil das zeigt, daß Du sauber gearbeitet hast und die Feder offenkundig wirklich noch richtig funktioniert. Der ausgebaute Zustand ist ja aber nicht der eingebaute Zustand ( :) ), das heißt, es fehlt in ersterem Falle das Fahrzeuggewicht. Dieses belastet die Feder ja immer (es sei denn Du machst Sprungversuche...), so daß es völlig ausreicht, wenn die Feder im absolut entlasteten Zustand knapp aber sicher auf der Gleitauflage aufliegt, denn dieser Zustand dürfte im Betrieb des Autos praktisch nie auftreten und unter Belastung ist die Feder dann so lang, daß sie richtig satt auf der Gleitauflage liegt. Ich hoffe, Ihr nehmt mir diesen Lehraufsatz nicht übel, aber vielleicht nimmt das die Unsicherheit. Es grüßt

      der Karl und wünscht allerseits ein gesegnetes Osterfest.
      .....Ich hoffe, Ihr nehmt mir diesen Lehraufsatz nicht übel.....

      hallo Karl,

      eine tolle Erklärung. Sogar meine Oma weiss jetzt Bescheid...

      Kannst Du noch was zu den flachen "Kunststoffnoppen" in den Federblättern sagen?

      Deren Funktion ist klar, damit wird ein gewisser Zwischenraum zwischen den einzelnen Blättern geschaffen. Aber waren die schon immer da drin? Ich habe noch nie gesehen, dass die als Ersatzteil angeboten werden.

      Ostergrüssle aus dem Ländle
      Rudi
      Hallo Rudi,
      gesehen habe ich sowas auch noch nicht. Offiziell heißen die Dinger "Pfropfen (Miramid)" und haben die Ersatzteilnummer 436 766-0. Damit ist einerseits das Material klar, es ist ein Handelsname für ein Polyamid und als solches nicht schwer zu beschaffen. Die Maße sind auch bekannt aus dem Reparaturhandbuch P70 / F8 Ausgabe 1959 auf Seite 137 z.B. oder auf Seite 144. Aus der Ersatzteilliste P70 / F8 Ausgabe 1962 kann man entnehmen, daß diese Pfropfen erst im Verlaufe der Fertigung des P70 und nur für den P70 eingeführt worden sind. Funktional sollen sie die vorhin so ausführlich beschriebene Reibung zwischen den Federblättern reduzieren. Das macht insofern auch Sinn, da mir vom P70 bekannt ist, daß er weicher federn (würde). Die Eigendämpfung der Blattfeder ist hier auch nicht so wichtig, weil der P70 ja Stoßdämpfer hat. Insofern sorgen diese Teilchen also für einen höheren Fahrkomfort, zumindest theoretisch. Wie das in der Praxis war, wäre von alten Hasen zu ergründen, die die Autos noch im Alltag erlebt haben. Nun muß man allerdings bedenken, daß es schönere Übungen gibt, als Federstahl zu bohren (mit damaligen Mitteln bzw. heutigen Hausmitteln). Das gilt erst recht für so große und auch noch abnorm konische Löcher. Über die lange Nutzungszeit ist es wahrscheinlich, daß die meisten Autos einmal neue Federn gekriegt haben bzw. welche aufgearbeitet wurden. Federnschmiede gab es in der DDR als Handwerker durchaus, insgesamt ist es jedoch sehr wahrscheinlich, da der F8 und Vorgänger ohne diese Pfropfen fuhren, die ja auch noch verschleißen und nur 1,5mm Abnutzung möglich sind, daß die Dinger mit der Zeit der Einfachheit halber und bestimmt auch mangels technischer Möglichkeiten einfach meist entfallen sind. Damit ist es denke ich recht einleuchtend, daß man so etwas heutzutage kaum findet. Heute ist es eher eine Kostenfrage, die Zurichtung der Federlagen ist kein Problem, für die konischen Bohrungen kann man, sollte es nicht gleich was Passendes geben, einen Bohrer / Fräser schleifen lassen. Die Pfropfen selber lassen sich von Stange drehen, allerdings würde ich nicht mehr unbedingt Miramid / PA nehmen. Es gibt mittlerweile besser geeignete Werkstoffe auf PU-Basis, hier würde ich z.B. an Murtfeld "S" schwarz denken. Aber wie gesagt, der Aufwand ist nicht unerheblich, erst recht wenn man privat nur für ein Auto so etwas haben will, und ob es das tatsächlich bringt und wenn ja, für wie lange (ehe die 1,5mm alle sind), ist wirklich fraglich. Und da sind wir gewiß an dem Punkt, daß man so etwas auch heute nicht üblicherweise sieht... . Es grüßt aus dem schönen Erzgebirge vom Fuße des Fichtelberges

      der Karl.
      hallo Karl,

      danke für die Aufklärung.

      Ich hatte gefragt, weil bei meinem F8 Cabrio Bj. 1955 in einigen Blättern der gesamten Federpakete solche Pfropfen drin sind bzw. mal waren.
      Einige fehlen, die restlichen sind meist plattgedrückt. Reibgeräusche beim Einfedern habe ich nicht.
      Ob das noch die ursprünglichen Federpakete von 1955 sind, weiss ich nicht.

      Natürlich werde ich jetzt nicht die Federn ausbauen und mich nach solchen Pfropfen umschauen. Denn wie Du schreibst, ist der Nutzen wohl eher gering und wäre nur von kurzer Dauer.
      Meine Federn "pflege" ich, indem ich gelegentlich mit Sprühfett drübersprühe.

      Grüssle
      Rudi
      Hallo,
      entschuldigt bitte für die verspätete Rückmeldung! Ich war die ganze Woche länger als gedacht arbeiten. Naja egal!

      Für die ganzen Hinweise kann ich nur vielen lieben Dank sagen! So eine ausführliche Antwort habe ich, ehrlich gesagt, nicht erwartet! Ich verneige mich ganz tief und sage vielen lieben Dank!

      Ich muss nun die nächsten Wochen immer mal zu Hause bleiben und werde da bestimmt Zeit finden, die Feder mal einzubauen.

      Das Endergebnis sieht man sehr wahrscheinlich ohnehin erst, wenn das gesamte Fahrzeug wieder komplett ist. Derzeit steht der Rahmen "nackig" da.
      Ich bin dann Mal guter Dinge. Irgendwie wird es schlussendlich schon gehen, da es ja vorher auch funktioniert hat.
      Ich werde mich noch einmal mit ein paar Bildern melden.

      Vielen Dank noch einmal!
      Daniel
      Vielleicht habe ich mich auch etwas von dem Aufbau bei Max irritieren lassen. Dieser hatte am 23. August das folgende Foto hochgeladen.

      Wozu ist diese Vorrichtung denn dann erforderlich? Zur Montage der Dämpfer?
      Bilder
      • Screenshot_20200417-161026.png

        799,53 kB, 1.080×1.920, 40 mal angesehen
      Hallo,
      nu das Ding ist eindeutig ein Federspanner. Allerdings stellt sich die Frage, ob man ihn wirklich braucht. Wie oben bereits ausführlich beschrieben, kann die Feder unbelastet zwar knapp aufliegen, aber sie muß immer noch aufliegen, den sehr zierlichen Verbindungen von den Stoßdämpfern mit der Achse und auch den Stoßdämpfern selber sollte man nicht gerade große Federkräfte zumuten. Eine zu stark gesprengte und damit zu kurze Feder sollte man auch deshalb lieber nicht einbauen, eben weil man ja doch nicht ganz im Betrieb ein Entlasten der Achse z.B. bei einer übersehenen "Sprungkuppe" ausschließen kann. Was während der Fahrt passiert, wenn die Feder herausschnappen sollte, mag man sich lieber nicht vorstellen... . Davon abgesehen taucht eine solche Apparatur nicht in den einschlägigen Handbüchern auf, weder zum Zerlegen noch zur Montage, und speziell das abgebildete Modell drängt eine böse Frage auf: Wie pflegt man denn sein Fahrzeug im ganz normalen Betrieb und nicht bloß während der Restaurierung? Immerhin läßt sich dieses Gerät nur einsetzen, wenn die Karosse ab ist?! Vielleicht weiß ja wer anderes Genaueres zu diesem Thema bzw. der Notwendigkeit einer Federvorspannung. Es grüßt

      der Karl.