IFA F8 Getriebeschaden??

      Hi Driver,

      Wenn das Gummi im Dreieckslenker defekt ist, kann man eventuell auch die Silentbuchse von der Blattfeder „Zweckentfremden“. Notfalls kann dort die äußere Blechhülle entfernt werden und das ganze dann mit Hilfe eines Schraubstocks eingepresst werden.

      Zum besseren Verständniss : viele Bestandteile der DDR Fahrzeuge waren aus Materialmangel an verschiedenen Fahrzeugen und Einsatzmöglichkeiten anzutreffen.

      Nun aber muss ich nochmal nachfragen, war wirklich die Buchse des Dreieckslenker ( seltener Fehler) defekt oder meinte der TÜV eventuell die meist bemängelte Schwenklagerbuchse, so als Oberbegriff „ Achse defekt“ ?

      Egal, da müsst ihr so oder so ran.

      Zur Spur: im P70 Reparaturhandbuch ist ein Einstellwerkzeug abgebildet.

      Die Spur wird am Felgenrand gemessen. Zunächst wird der Wagen auf einer geraden Fläche abgestellt und die Felge in der 3 Uhr Position mit Kreide markiert und gemessen. Dann wird der Wagen etwas nach hinten geschoben, so das die Kreidemarkierung nun auf 9 Uhr ist und es wird wieder gemessen. Die Differenz sollte dann 2mm betragen.

      Dabei wird mittels der Spurstangenköpfe die Spur eingestellt. Eine Umdrehung ist etwa 1mm . Eigentlich ist es egal, welcher Kopf verstellt wird, allerdings könnte dann die Stellung des Lenkrades etwas anders sein. Die Spur soll ca 2mm nach innen zeigen, so das der Wagen immer schön Geradeaus läuft. Falls die Spur sogar nach außen (!) zeigt, sind in wenigen Kilometern alle Reste vom Reifenprofil beseitigt und die schönen neuen Reifen dann Schrott.

      Zum Abziehen des Spurstangenkopfes benötigt man einen entsprechenden Abzieher. Dieser könnte mit etwas Glück auch vom Trabant passen.

      Viel Erfolg !

      Gruß Tom
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      das sollte eine Signatur sein


      Hi Leute.

      Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
      Ersatzteile sind unterwegs, M. Zimmermann konnte helfen.
      @nr.76, es sind die Buchsen am unteren Dreieckslenker, da wo der Stoßdämpfer zwischen sitzt.

      Nun die nächsten Fragen:
      Sehe ich das richtig, dass zum Einstellen der Spur der Spurstangenkopf aus dem Achsschenkel gelöst werden muss?
      Dann kann ja immer nur eine ganze Umdrehung vom Spurstangenkopf verstellt werden.
      Das Lager beim Lenkgetriebe ist fest mit der Spurstange verbunden.
      Und das Lenkrad steht stark schief, zeigt auf ca. 8 Uhr statt 12 Uhr.
      Wenn das Lenkrad gerade steht, unabhängig von der Stellung der Räder, dann haben wir nach links etwas mehr als eine Umdrehung bis zum Anschlag, nach rechts aber fast zwei Umdrehungen.
      Kann das beim Spur einstellen korrigieren oder muss was am Lenkgetriebe verändert werden?

      Gruß m_driver

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „m_driver“ ()

      Zum einstellen der Spur nur außen den Kopf lösen und rein oder rausschrauben.
      Das Lenkrad kannst unten am Rohrende die beiden Schrauben lösen und dann so stellen das es gerade steht, also die zwei Speichen nach unten zeigen, etwa 5 nach halb und 5 vor halb. Vorher die Räder gerade stellen, dann müssten die Löcher in der Lenkstange wieder gleich sein.
      Gruß Bastelopa
      Das andere wäre, das lenkrohr abziehen und die zwei Schrauben lösen an der Lenkung unten. Dann kannst das Zahnrad rauszuehen und richtig wieder reinstecken, hab ich gestern bei einen F8 gemacht. Ist aber nicht so einfach zu bewerkstelligen da eine konische Aluhülse mit raus muss. Kann komischerweise keine Fotos hier reinstellen.
      Fotos...?

      gehe auf „Antworten“, dann „erweiterte Antwort“, danach unten auf den Reiter „Dateianhänge“ sowie darunter auf „Hochladen“ ....

      dann ist das Foto im Text. Sonst gehts auch über die Galerie.

      Gruß Tom
      das sollte eine Signatur sein


      Hi Leute.

      Wir brauchen schon wieder Eure Hilfe.
      Kann mir jemand sagen, wie die Welle von der Stoßdämpferbetätigung raus geht?
      In dem Gehäuse ist ja noch der Hebel drin, der den Stoßdämpfer betätigt.
      Sonst weiß ich nicht, wie ich da die Lager wechseln soll.
      Die beiden Gummiringe können sicher nicht das Lager sein.

      Gruß m_driver
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      Hallo,

      das musst du auspressen ca. 4 - 6 Tonnen. Den Druck dabei natürlich auf die dünnere Seite (ich glaube, die ohne Verzahnung) ausüben. Der Hebel drin kommt dabei auch runter von der Welle.
      Zum Schutz des Gewindes würde ich die Mutter bündig aufschrauben und dann pressen.

      Als Vorarbeit musst du natürlich den "Zylinder" abschrauben und den Kolben im Inneren demontieren. Da gibt es verschiedene Befestigungsvarianten, wie der Kolben an der Welle befestigt ist, oder manchmal ist er auch lose drin und wird über einen Nocken betätigt.

      PS: Hast du die alte Ausführung oder die neuere, größere Ausführung? Ich habe von den Dämpfern eine alte (kleinere) Ausführung, die auch soweit Dicht und Spielfrei zu funktionieren scheint. Ich suche aber die neuere (größere) Ausführung in gutem Zustand und würde gern tauschen...

      PPS: Falls du aus der Nähe Dresden bzw. Freital bist, ich habe eine geeignete Presse und könnte dir gern weiterhelfen.
      Hi.

      Und bei dem Auspressen geht nichts kaputt?
      Ich hab gestern mal den Zylinder abgeschraubt. Da bewegt sich nichts drin. Und müsste da nicht Öl drin sein? Der ist furztrocken.
      Und in dem Gehäuse ist so ein komisches "Gummizeug". Wozu ist das gut?
      So ganz leuchtet mir die Wirkungsweise von diesem Dämpfer noch nicht ein. Der kann doch nur beim Ausfedern dämpfen, oder?

      Wir kommen aus dem Sauerland, da ist Dresden ganz schön weit weg. Trotzdem Danke für das Angebot.

      Gruß m_driver

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „m_driver“ ()

      In dem ganzen Bauelement ist normalerweise Stoßdämpferöl bzw. Hydrauliköl, darin läuft die Welle und der Kolben. "Gummizeug" gibt's dort, wo die Welle gelagert ist zur Abdichtung nach außen (solche Ringe wie auf deinem Foto). Außerdem ist ein Gummiring unter dem abschraubbahren Zylinder zur Abdichtung zum Gehäuse hin.

      Und ja, der Dämpfer wirkt in de Tat nur einseitig, ich meine aber beim Ausfedern :) Einfedern geht ohne Widerstand glaube ich.

      Beim Auspressen ging bei mir bisher noch nichts kaputt. Schwieriger ist der Rest der Arbeiten zum Überholen.

      - die erste Herausforderung ist es, die Welle zu überdrehen, aber nur soviel, dass die dickere Seite noch mindestens so dick ist wie die mittlere Verzahnung, damit das einbauen/einführen in die neuen Lagerbuchsen noch funktioniert. Denn die Mittelverzahnung muss mit rein und ist unverzichtbar, damit der Nocken wieder festhält.
      - die zweite Herausforderung ist es danach, die neuen Buchsen genau mittig auszureiben oder zu hohnen bis auf das Sollmaß, damit die Welle in voller Länge und vollem Umfang auf beiden Seiten geführt wird, ohne dabei aber zu klemmen. Hier stören schon außermittige Abweichungen von schätzungsweise weniger als 5 Hundertstel, würde ich sagen.
      - die dritte Herausforderung ist es danach, die Abdichtung vernünftig hinzubekommen; da ist nicht so viel Platz für z. B. einen Simmerring bzw. müsste man die Lager vielleicht kürzer machen und einen Absatz speziell für einen Simmerring einarbeiten.

      PS: lt. DKW Reparaturhandbuch waren die Dämpfer "nicht zu reparieren", sondern sollten bei Defekt ausgetauscht werden.
      Hi Jenson.

      Besten Dank für die Antwort.
      Ich hatte es befürchtet, dass das nicht mal eben repariert ist.
      Und was das "Gummizeugs" angeht, der komplette Hebel in dem Gehäuse ist davon umschlossen, gefühlt der komplette Hohlraum vom Gehäuse voll damit.

      In dem abschraubbaren Zylinder sitzt der eigentliche Stoßdämpfer, oder?
      Muss sich da nicht was bewegen lassen können?
      Da sitzt alles bombenfest.

      Gruß m_driver
      Das Gummizeug ist dann bestimmt verharztes, festgebackenes und festgewordenes altes Öl.
      Ja im Zylinder ist ein Kolben, der die Dämpfung übernimmt, und richtig - der ist normalerweise leicht beweglich. Da passt übrigens oft auch so ein Kolben von einem "normalen" Hebelstoßdämpfer, die haben zumindest beim F8 denselben Durchmesser (nur falls der alte kaputt sein sollte oder sich nicht zerstörungsfrei demontieren lässt) :)

      Zum Lösen des Schmodders würde ich mal Motorsystemreiniger für Dieselmotoren versuchen, mit denen man sonst die verkokten Glühkerzen vor dem Lösen einweicht. Weiß den Reinigernamen gerade nicht. Das ganze würde ich auch vor dem Auspressen ein paar Tage einweichen, nicht dass wirklich noch was kaputt platzt weil es festsitzt. das ganze Gehäuse ist schließlich nur ein Gußteil.