eddyKLF's Restauration

      eddyKLF's Restauration

      Ich grüße euch IFA/DKW Freunde,

      hier möchte ich euch nun meinen IFA/DKW vorstellen.

      Vorher kurz zu meiner Person:
      Mein Name ist Eduard und wohne in Peine (zwischen Hannover und Braunschweig). Bin 29 Jahre alt und als Prüfer bei der Dekra tätig, somit schon etwas Benzin im Blut.

      Wie bin ich zum Auto gekommen?
      Den IFA hat mein Vater, der ebenfalls Prüfer bei der Dekra ist in einer Werkstatt bei meinen Eltern im Dorf entdeckt. Dieser stand dort seit über einem Jahr mit einem Motorschaden und die Werkstatt hatte keine Zeit/Ahnung/Lust daran was zu machen und hatte uns an den Besitzer vermittelt. Einen Tag später sind wir zusammen zum Besitzer gefahren und waren uns nach zwei Minuten einig. Ich habe das Auto zu einem mehr als unverschämten Preis bekommen, jedoch unter dem Versprechen, dass das Auto nicht verkauft wird und ich den behalte und das werde ich auch halten! Privat habe ich zwar schon einige Autos in der Sammlung ( 87er Golf 1 GTI Cabrio, 93er Corrado VR6, 86er Mini) so ein Auto habe ich aber nie gedacht im Fuhrpark zu haben :D

      Nun zu meinem Schätzchen ;)
      Herstellungsdatum laut Fahrzeugbrief ist 1938, jedoch ist das Erstzulassungsdatum auf den 29.09.1958 datiert. Ich bin laut Brief nun der zweite Besitzer. Er hat einen 700ccm Motor verbaut und die Anlage wurde bereits auf 12V umgerüstet, was auch im Fahrzeugschein und Brief vermerkt ist.
      Die Fahrgestellnummer befindet sich vorne am Federbock neben der Blattfeder. Ich muss mir dann mal die Zeit nehmen und mal gucken, wie weit man diese noch Entschlüsseln kann.

      So stand der Wagen in der Werkstatt, als der von meinem Vater abgeholt wurde:





      Hier schön zu sehen, warum es den Motor zerlegt hat :/ Ohne Kühlwasser läuft so ein Motor halt nicht so lange.




      Hier einige Bilder von dem Umbau:







      Habe dann auch zwischendurch noch einige Teile, wie Lenkrad neu lackiert und diverse Teile aufbereitet:




      Beim Kauf habe ich diverse Teile, wie eine komplett intakte Front, mehrere Motoren und Getriebe, sowie viele Kleinteile (Tachos, 4 neue Scheinwerfer, Verkleidungsteile, Schalter und und und dazu bekommen. Somit brauchte ich eigentlich nichts weiter dazu kaufen und konnte aus 3 Motoren einen "neuen" aufbauen. Ich musste lediglich eine neue Dichtung kaufen. Neue Kolben, sowie Kerzen hatte ich dazu bekommen ^^


      Nachdem wir das Problem mit der Einbaurichtung der Kolben gelöst hatten sprang der Motor auch sofort an und läuft seitdem wie am Schnürchen.


      Am 25.04. wurde nun nach 1,5 Jahren eine neue Hauptuntersuchung und das H-Gutachten erstellt und jetzt am Montag den 30.04. stand der Anmeldung nichts mehr im weg!

      Tag darauf war ich auch schon am 1. Mai in Braunschweig auf dem Oldtimertreffen und die ersten 100km verliefen absolut problemlos. Keine Undichtigkeiten und er ist kein einziges mal ausgegangen oder so. Schön entspannt mit 60 km/h gefahren. Mein Vater ist mit seinem Sapo und einiges an Werkzeug und Sicherungen mitgekommen, den immerhin hat er beim Motorumbau sehr viel mitgeholfen und kennt sich da mehr aus, als ich!



      Heute am 04. Mai wurde das Wertgutachten für die Versicherung erstellt, welches ich dann nächste Woche zugeschickt bekomme. Hier habe ich nun auch noch ein paar Bilder von gemacht.







      Innenraum:
      Hier musste ich optisch nicht viel machen. Ich habe das Lenkrad, Lenksäule und andere Kleinteile neu lackiert und das Bakelit des Armaturenbretts aufbereitet. Die größere Herausforderung war es die Verkabelung zu revidieren, denn im laufe der Zeit wurden viele Kabel zusätzlich parallel aufgelegt und die alten Kabel nicht entfernt, sodass ziemlich viel Chaos herrschte. Hier musste ich alle Kabel neu ausmessen und habe sehr viele rausgeworfen und das Chaos beseitigt.




      Motorraum:
      Auch hier habe ich so gut, wie alles neu lackiert und den Werkzeugkasten mit Filz im Inneren ausgelegt.





      Kleines Interessantes Detail vom Reserverad ist der Hersteller (VEB Reifenwerk)


      Ich möchte hier noch einmal in erster Linie meinem Vater für die vielen vielen Stunden an arbeit danken, denn was den Motorumbau angeht hat er einen großen Teil gemacht und ich war da der Praktikant, der nur geholfen hat.

      Soviel nun zu mir und meinem IFA ;)
      Vielleicht sieht man sich ja auf dem einen oder anderen Treffen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „eddyKLF“ ()

      In den letzten zwei Tagen sind nun weitere 200km abgespult worden und alles ohne Probleme! Echt ein tolles Gefühl, wenn man 1,5 Jahre gebastelt hat und das nun so reibungsfrei läuft. Hatte bei einer meiner Werkstätten, wo ich als Prüfer TÜV Abnhamen durchführe ein kleines Fläschchen 2T-Öl von Liqui Moly gekauft und getankt und das ist eins, welches schön blau qualmt :D Da muss ich mal sehen, ob ich nicht wieder zu dem anderen Liqui Moly greife, was unsichtbar verbrennt. Mit der "Tankfüllung" von guten 8 Litern habe ich dem auch mal SuperPlus gegönnt, aber wie erwarten war gar kein Unterschied zu merken.

      Kurze Frage dazu: Was für ein Mischungsverhältniss seid ihr denn am fahren? Ich habe bisher 1:25 gefahren, aber die Frage ist, ob bei den hochwertigem Sprit und auch 2T-Öl nicht noch stärker Verdünnt werden kann? 1:30 oder gar mehr?

      Die Tage erhalte ich nun das Wertgutachten und mal sehen, was da so drauf steht und welche Gesamtnote der nun bekommt. Die Tage werde ich nun das neue Typen- und Fabrikschild mit den Schlagzahlen ausfüllen und anbringen und dann muss ich nur noch hier und da ein paar Kleinteile lackieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „eddyKLF“ ()

      hallo Eddy,
      von Beginn an fahre ich vollsynthetisches Zweitaktöl und mische 1:30. Inzwischen an die 60.000 km. Den Motor habe ich nach 36.000 km mal getauscht.
      Der Hauptgrund dafür ist für mich, dass ich so keine blaue Fahne hinter mir herziehe. Es qualmt kurz die ersten 500 Meter bis der Motor etwas warm ist, dann ist nichts mehr zu sehen. Ich habe allerdings eine günstige Einkaufsquelle, somit kostet mich das Öl bei entsprechender Mengenabnahme weniger als "normales" Zweitaktöl an der Tankstelle.
      Wir haben hier einen NSU Motorradclub. Dort fahren auch die meisten mit ihren Zweitaktern vollsynthetisch.
      Es gibt Trabbi-Fahrer, die mischen vollsynthetisches Öl bis 1:100. Das will ich jedoch nicht ausprobieren.

      Zu Deinem F-8:
      er sieht absolut nach IFA aus, Baujahr 1938 kann wohl nicht stimmen. Felgen, Armaturenbrett, Stossecken, Vorderachse sind eindeutig IFA, also etwa 1953 bis 1956.
      Tacho und Mehrfachinstrument (Uhr) dürften von einem späteren DKW sein und solletst Du gelegentlich gegen originla Instrumente austauschen. Ebenso die relativ modernen "Schiffchen-Rückleuchten" vom Wartburg. Das wurde zwar zu DDR-Zeiten oft so gemacht, ist optisch aber nicht gerade förderlich.

      Im Übrigen steht er sehr schön da. Deine Freude und Begeisterung beim Fahren kann ich nachvollziehen.
      Auch ich bin gestern mit meinem F-8 Cabrio bei herrlichem Wetter wieder 225 km durch unser schönes Hohenlohe getuckert. Allerdings ist es hier insofern spannender, dass mehr Steigungen als ebene Strecken zu bewältigen sind. Gleich hier um die Ecke ist mein "Prüfberg" mit 24 %.
      Entsprechend hoch ist der Spritverbrauch, da ich oft im 2. Gang fahren muss. Immer wieder mal brauche ich auch den ersten und würde mir hin und wieder ein Vierganggetriebe wünschen.
      Ich wünsche Dir viel Spass und allzeit gute Fahrt
      Rudi
      Zitiert:" Zu Deinem F-8:
      er sieht absolut nach IFA aus, Baujahr 1938 kann wohl nicht stimmen. Felgen, Armaturenbrett, Stossecken, Vorderachse sind eindeutig IFA, also etwa 1953 bis 1956.
      Tacho und Mehrfachinstrument (Uhr) dürften von einem späteren DKW sein..."
      Zu frühen DDR-Zeiten wurden auf alte F8-KFZ-Briefe aus Ersatzteilen komplett neue F8 mit Nachkriegsersatzteilen, bis hin zu neuen Rohkarossen in den Werkstätten aufgebaut. Damit war der Brief Vorkrieg und das Auto Nachkrieg, einfach nur aus Mangel an Neuwagen. Das habe ich noch 1967 auch bei verschlissenen 500er Trabant zu Trabant 601 in meiner Kfz-Handwerkerlehre mitgemacht. Papiere P500er, Auto dann als P601er zugelassen.
      Die Rücklichter sind eindeutig von der/dem P70Limusine/P70Coupé (awz-p70.info/index2.htm). Nur der P70 Kombi hatte kleinere rechteckige Rücklichter/Blinker. Die frühen F9 und Wartburg hatten andere Rücklichter. Das mit dem jetzigem Rücklicht kannst Du aber so belassen, weil mit der Vorschrift zu Blinklichtern zum Ende der 50iger Jahre hinten zeitgemäß in der DDR solche Rücklichter massenhaft auf den F8 Wagen aller Art verbaut wurden. Ist das also zeitgemäßer Umbau und damit tolerierbar für ein H-Kennzeichen. Mein Cabrio hatte noch neuere Varianten von Wartburgrückleucheten (siehe Bild).
      Der Tacho und Dein rechtes Kombigerät sind keine F8 Armaturen (Temperaturanzeige geht ja noch, war oft auch nachgerüstet, aber Benzinstand per Fernabfrage war damals nicht. Kann Dir mal ein Foto von einem original Benzinmeßstab vom F8 senden). Auch keine, der letzten F8 Baureihen, sondern warscheinlich frühe Wartburgarmaturen sind Deine Armaturen. Auch der Druckknopf unter dem Kombiinstrument ist fehl am Platze. F8-Limusinen (ab 1947-1955) hatten am Armaturenbrett immer nur unter dem Tacho den Lichtschalter und unter der Uhr (rechte Armatur) den Winkerschalter.
      Der linke Scheibenwischer wurde rechts neben dem Schaltkrückstock geschaltet, der rechte Scheibenwischer hatte wohl am rechten Motor über der rechten Seite der Windschutzscheibe direkt am Motor den Scheibenwischerschalter (?).
      Bilder
      • DSC04571.JPG

        2,76 MB, 3.072×2.048, 10 mal angesehen
      Benutzer-Avatarbild

      Beitrag von „DKW-Fan“ ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().