Motorlager

      Hallo Jens,

      wenn Du zwei runde Lager reinkriegst, die auch die gleiche Höhe haben bzw. über Beilagen entsprechend angepaßt werden, dann ist die Form sicherlich nicht gleich entscheidend. Allerdings erscheint es mir doch ratsam, die vermutlich in jedem Maschinenbauteilehandel einfach und billig erhältlichen Gummipuffer sehr sorgfältig auszuwählen. 2x Rund ergibt in jedem Falle ein ganz anderes Einfederungsverhalten als 1x eckig. Die eckige Variante dürfte eine deutlich progressive Federkennlinie haben, also anfänglich weich und mit zunehmender Verformung immer härter, weil sich das aus dieser seltsamen Form so ergeben dürfte, das ist mit zwei runden Federn eher nicht so, die sind mehr linear. Daraus ergibt sich, daß bei 2x rund bei geringerer Belastung vermutlich mehr Schwingungen des Motors auf das Fahrgestell und von dort auf das ganze Auto übertragen dürften, sind die runden Federn also zu hart gewählt, könnte es neben unliebsamen Zerfallserscheinungen auch zu einem häßlichen Dröhnen kommen. Wählt man die Federn zu weich, so dürfte sich zwar das Geräuschproblem gar nicht erst einstellen, dafür senkt man aber auch die Eigenfrequenz des schwingenden Motor-Gertriebeblocks. Erwischt man einen unglücklichen Bereich, der irgendetwas mit relevanten Betriebsbereichen zu tun hat, dürfte das "Kraftwerk" einen munteren Tanz im Motorraum aufführen, der ganz gewiß nicht zu einem entspannten Fahren beiträgt. Größere Bewegungen des Motors selbst ohne sonstige negative Begleiterscheinungen durch zu weiche Federn wären aber generell zu vermeiden, das sich dabei ja auch immer der Schalthebel aus dem Getriebe mit bewegt, was jedoch der eigentliche Ganghebel dank karosseriefester Lagerung nicht mitmacht, es haut Dir dann während der Fahrt den Gang raus. Dieses Phänomen tritt bereits bei serienmäßiger Motorlagerung auf, wenn entweder unter dem Dynastart der Gummipuffer fehlt oder eben dieses eckige Motorlager über die Jahrzehnte unter Öleinfluß weich geworden ist / sich gesetzt hat. Manchmal hilft dann noch das Unterlegen einer Platte, daß der Motor wieder bissl höher kommt. Alles in allem läuft die ganze Geschichte aber vermutlich auf Durchprobieren von verschiedenen Federn hinaus, bis eine geignete Kombination gefunden ist. Immerhin sollte bedacht werden, daß die einfachen runden Gummifedern auch zur Konstruktionszeit des Autos bereits bekannt waren und man als Konstrukteur eigentlich nicht unbedingt scharf drauf ist, ein Spezialteil zu entwickeln, wenn es Standardteile tun. Solltest Du aber doch etwas Brauchbares ermittlen können, so wäre es schön, Du würdest uns das hier im Forum verraten, das dürfte gewiß auch für andere von Interesse sein. Es grüßt

      der Karl.
      Hallo Karl,
      vielen Dank für Deine Infos. Ich habe den Motor gestern das erste Mal aufs Fahrgestell gehoben. Von der Motorüberholung waren noch alte Motorlager angeschraubt. Als ich ihn auf den Blöcken abgesetzt habe, hing er deutlich zur Kupplungsseite, die wohl die schwerere ist. Mit dem Finger konnte ich ihn leicht zur Seite drücken und er schlug dann auch gleich auf der Kupplungsseite auf den Rahmen auf. Ich habe deshalb vermutet, dass diese beiden Motorlager zu weich sind. Jetzt habe ich noch zwei andere in meinem Fundus entdeckt, die in besserem Zustand sind. Mal schauen, ob der Motor dann immer noch auf den Rahmen aufschlägt. Ist dass eigentlich normal, dass der Motor zu einer Seite hängt, wenn nichts weiter angeschlossen ist? Steht er erst gerade, wenn die Antriebe und die Wasserschläuche dran sind?
      Runde Puffer mit M8 Innengewinde in 40mm Höhe findet man problemlos im Netz, sie werden mit 55 °Shore Härte angegeben, aber wenn es keine Erfahrungen damit gibt, hilft nur das Probieren. Für meinen F12 bieten die einschlägigen DKW-Teilehändler rechteckige Puffer an, die ich bei mir auch verbaut habe. Die wird es sicher auch in 40mm Höhe geben.
      Gruß Jens
      Den Stützgummi habe ich. Wie oben geschrieben, neigt sich der Motor aber zu anderen Seite und schlägt da aktuell auch an, wenn ich ihn mit dem Finger leicht zur Seite drücke. Er setzt dann unten mit dem Kupplungsgehäuse auf und an der Stelle gibt es ja keinen Gummi.

      Gruß Jens
      Hallo Jürgen,
      wenn ich mich recht erinnere, dann arbeitest Du doch in Frankfurt. Wahrscheinlich fährst Du dann zum Wochenende an mir in Wetzlar vorbei :) In Thüringen bin ich nur unregelmäßig. Nachdem ich meine erste Saison mit dem F12R gefahren bin, solls nun endlich über den Winter mit dem P70 Coupe weiter gehen. Vor paar Tagen kam die Elektronikzündung von Laubtec. Im nächsten Schritt will ich alles zusammen bauen und das Auto mal in Betrieb nehmen, bevor es zum Lackierer geht.
      Gruß Jens