Unsere Baustelle

      da passt Vieles nicht zusammen, eben das zu DDR-Zeiten oft angewandte Konklomerat aus vorhandenen und verfügbaren Teilen.
      Total falsch ist schon mal das Typenschild vom F-5, das absolut nicht mit dem Fahrzeug zu tun hat und vom TÜV wohl auch nicht akzepiert werden würde. Ausserdem sieht man neben dem Typenschild noch die Abdrücke und Befestigungslöcher der dort ursprünglich vorhanden gewesenen DDR-Schildchen.
      IFA F-8 Felgen, ebenso Stossecken und Kühlergrill. Armaturen und Lenkrad vom IFA F-8 Cabrio,. Total verbasteltes IFA Armaturenbrett. (was ist das für ein zweiter Tacho lins im Bild?). Die Rücklichter passen gar nicht.
      Das sollen aber nur Hinweise auf nicht originale Teile sein und schon gar keine negativen oder abwertenden Aussagen darstellen.
      Bei dem Zustand der Karosserie insgesamt ist das wirklich eine gewaltige Baustelle, an die man sich nur mit viel Wagemut, Können und Zeit herantrauen kann. Wenn Du das angehst und das Fahrzeug wieder in einen optisch zufriedenstellenden, fahrtüchtigen und strassentauglichen Zustand bringst, hast Du meinen vollen Respekt. Bin auf jeden Fall auf Fortschrittsberichte gespannt.
      Rudi

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      Hi,

      ja das mit dem Typenschild sieht bei genauer Betrachtung wie extra angebracht aus. Die Stelle wirkt wie nachträglich geschwärzt.
      Ok. Es ist eindeutig ein F8 !
      was mir aber merkwürdig aussieht ist das Bild mit dem Rahmen. ( von unten ) ich hoffe es ist nur Blattrost oder Farbe/Dreck und nicht wirklich Durchgerostet.
      Jedenfalls sieht es alles nach viel Arbeit aus, auf jeden Fall hast du dafür unseren Respekt.

      Tom
      das sollte eine Signatur sein


      ich habe die Bilder jetzt nochmals in Ruhe und "mit Brille" angeschaut und sehe jetzt, das zusätzliche Instrument ist ein Thermometer.
      Der Rahmen neben dem Auspuffrohr sieht schon verdächtig nach durchgerostet aus. Wenn das so ist, würde ich diesen Rahmen keinesfalls mehr verwenden, denn dann ist das bei diesem Zustand sicherlich nicht die einzige durchgerostete Stelle.
      Dann wäre aber für mich das ganze Fahrzeug Schrott und ich würde mich zum Neuaufbau nach einer besseren Grundsubstanz umsehen. Das wird einfacher und billiger. Das vorhandene käme für mich bestenfalls als Ersatzteilspender in Frage.
      Aber das ist meine Sicht der Dinge.

      Was die beiden nicht vorhandenen Schildchen betrifft, deren Abdrücke noch zu sehen sind:
      bei meinem Cabrio steht auf dem dreieckigen Schild nur eine grosse 1 und darunter eine mehrstellige Zahl, das kleine rechteckige ist das Schild vom "VEB Karosseriewerk Dresden".

      Rudi
      hallo Alex,
      das Armaturenbrett ist halt ziemlich verbohrt, d.h. es wurden etliche Schalter zusätlzich eingebaut. Ist aber bei den meisten IFA F-8 zu DDR-Zeiten so gemacht worden.
      Instrumente mit weissen Skalen und weisses 2-Speichen Lenkrad sind vom Cabrio. Zu Deinem Fahrzeug gehören Instrumente mit schwarzen Skalen und ein schwarzes 3-Speichen Lenkrad.

      Die Rücklichter sehen ziemlich "amerikanisch" aus. Vermutlich von einem Zubehörhändler.

      Nochmals zum Typenschild: es werden neutrale IFA Typenschilder für den F-8 angeboten. Besorge Dir ein solches und schlage die Fahrgestellnummer und Baujahr Deines Fahrzeugs darauf ein.

      Betreffs Karosseriezeichnungen wende Dich mal an Volker Pötsch oder Thomas Erdmann.

      Rudi
      Hallo Mzalex,

      ist es vielleicht möglich, daß Du einmal eine richtige Seitenaufnahme von Deinem F8 machst? Ich komme ehrlich gesagt mit Deinem Auto nicht ganz klar, weil manches daran noch nicht so recht erklärbar scheint. Da wäre eine solche Seitenaufnahme sehr fein, wo man ohne perspektivische Verzerrungen die Form der Türen genau sehen kann. Besonders im Bild 8 wirkt deren Vorderkante ausgesprochen steil. Die Rückleuchten sind so wundersam nicht, beim F7 sind solche (zumindest sehr ähnlich aussehende Teile) zuweilen verbaut worden. Weiterhin wäre es ganz prima, wir könnten erfahren, ob es Papiere zu dem Auto gibt und vor allem, wie die Fahrgestellnummer lautet und ob diese "original" aussieht oder ausgeschliffen und neu eingeschagen wirkt. Beim F8 ist wirklich sehr viel zu DDR-Zeiten aufgebaut und improvisiert worden, so daß eine möglichst genaue Zuordnung der größeren Bestandteile recht sinnvoll erscheint, so daß dazu noch nicht einmal das an und für sich vollkommen falsche F5-Fabrikschild am Häusel im Widerspruch stehen muß. Ein Beispiel dafür steht seit einiger Zeit im Netz zum Verkauf (Platz müßte man haben, seufz...):

      gebrauchtwagen.de/statservice/…ew/inseratId/GW20XN0LNTY5

      Es grüßt

      der neugierige Karl.
      Hallo Mzalex,

      das ist schön, daß Du noch Bilder machen würdest, tätest Du da gleich von der Vorderachse mal was mit machen, daß man deren Aufbau sieht und von der Rahmennummer, wo steht diese denn genau? Für was oder welches Fahrzeug ist denn eigentlich Deine Erklärung und der Kaufvertrag. Damit sollte sich eigentlich etwas zuverlässiges sagen lassen und wenn auch bloß herauskommt, daß es zum bisherigen Wissenstand nichts hinzufügen läßt. Viele Grüße aus dem Erzgebirge,

      der Karl.
      Hallo Mzalex,

      vielen Dank für die Bilder. Wenn man dies alles zusammen nimmt, was sich dort sehen läßt, ergibt sich:
      1. Fahrgestell zweifelsfrei F8, was anderes kann's nicht sein, weil alles andere ganz anders aussieht
      2. Rahmennummer auf dem Ausleger vorn links und augenscheinlich auch nicht verändert, wenn sich demzufolge nichts anderes noch irgendwo unter dem Kühler auf dem dortigen Querträger findet, dann muß es sich um einen originalen IFA-Rahmen handeln, da Vorkriegs-DKW F8 ihre Rahmennummer im Mittelteil der vorderen Federbrücke haben
      3. Die Vorderachse ist, wenn mich jetzt nicht alles täuscht schon die "Einheitsachse" mit den Lenkern von P70 und F9, welche ab Fahrgestellnummer 15501 = 1954 verbaut wurde
      4. Die Fahrgestellnummer entspricht in ihrem Aufbau und Erscheinungsbild genau der eines IFA-F8 und da sie unverändert wirkt, kann man sicherlich davon ausgehen, daß der Rahmen von 1955 ist, der Nummer nach sogar recht spät im Verlaufe dieses Jahres.
      5. Das F5-Typenschild ist definitiv Quatsch, der F5 hat einen vollkommen anderen Rahmen und auf den Photos ist eindeutig zu sehen, daß Deine Türen vorne unten spitz sind, beim F5 Meisterklasse, und ein solcher käme bei dem Typenschild mit 700cm³ nur in Frage, sind sie vorn abgerundet
      6. zwar ist nicht ganz 100%-ig der Verlauf der Türvorderkante zu erkennen im Verhältnis zum Gesamtfahrzeug, beim F7 Modelljahr 38, wenn man mal ein altes Häuschen auf einem "neuen" Rahmen unterstellen würde, ist dieser auch schräg verlaufend und spitz unten, dazu passen aber ganz gewiß nicht die Schilderabdrücke auf der Spritzwand. Die sehen recht genau aus wie folgt: --> ich muß erst mal gucken, wie man hier ein Bild reinkriegt, das hab' ich noch gar nicht gemacht... Die 1 im Dreieck steht für Güteklasse 1 = Gute Qualität, die dort stehenden Zahlen verschlüsseln den Herstellerbetrieb des Häuschens, untendrunter kommt dann das Fabrikschild des Karosseriewerkes. Nun fällt auf, daß dieses Fabrikschild hier deutlich schmaler ausfällt, als das Gütezeichenschild, MEKAWE in Glauchau (ex Dietsch) und Meerane (ex Hornig) haben F8-Limousinen-Karosserien gebaut, ausgeholfen hat wegen Lieferschwierigkeiten aber auch KWD (ex Gläser). Mein MEKAWE-Schild von 1955, was ja zu Deinem Rahmen vom Alter her paßt, ist breit (siehe Photo, wenn ich's reinkriege), entweder hat MEKAWE verschiedene Schilder benutzt oder aber hat vielleicht das KWD solche schmalen genommen, vielleicht weiß ja jemand noch etwas näheres, dann ließe sich hier vielleicht noch der Karosseriehersteller rauskriegen
      7. der Tank hat keine Audiringe, also ist er von 1950 oder jünger
      8. am Armaturenbrett ist am Aschenbecher kein DKW-Zeichen mehr dran, dieses wurde zum Jahresende 1951 aufgegeben

      In Summer ergibt sich also ganz eindeutig, daß es sich bei Deinem Fahrzeug um einen IFA F8 handeln muß und mangels sonstiger Angaben wohl in die zweite Jahreshälfte 1955 zu datieren ist. Viel Spaß beim Restaurieren und viel Durchhaltevermögen wünscht hierzu

      der Karl.

      (Ich probier's jetzt mal noch mit dem Bild, wenn ich mich zu doof anstelle kommt's später und schlimmstenfalls per Mail)
      Hallo zusammen,

      da Nr.76 dankenswerterweise die Beschilderung vom KWD photographiert hat, sind wir einen Schritt weiter. Das Fabrikschild ist schmaler als bei MEKAWE und beide haben keine Bohrungen zun Anschrauben / Annageln. Eben diese Bohrungen fehlen auch an der Spritzwand Deiner Karrosserie an den fraglichen Stellen. Also ist es durchaus begründet anzunehmen, daß das Häuschen aus Dresden stammt. Um hier ganz sicher zu sein, fehlt mir aber die Kenntnis über eventuelle Eigenheiten aus der Fertigung der beiden oder auch drei Karrosseriewerke, an denen man vielleicht letzte Sicherheit gewinnen könnte. Was nun allerdings jemanden dazu bringt, an das Auto einige wesentlich ältere Zutaten (Fabrikschild, Rücklichter, Nummernschild hinten) anzubringen, obwohl das überhaupt nicht dazupaßt und das auch recht leicht feststellbar ist, wird wohl ein Rätsel bleiben. Viele Grüße aus dem Erzgebirge,

      Karl.
      Hallo zusammen,

      weil oben mal die Frage nach den Rücklichtern am F8 aufkam: Die an der "Baustelle" scheinen ja nun wirklich nicht so ganz die passenden zu sein, aber ich habe jetzt zufällig im Netz das recht aufschlußreiche Bild aus der F7-Fertigung entdeckt, wo gleich zwei verschiedene Rückleuchtenformen bei genauem Hinsehen zu erkennen sind (mal Ansicht am Rechner mit Strg++ ganz groß machen), einmal die Ausführung analog zur "Baustelle", und dann, ein Auto weiter genau hinter dem Fensterrahmen von der geöffneten Fahrertür vom vordersten Auto auf dem Bild die bekannte Variante mit zwei kleinen runden Lichtaustritten nebeneinander in einem flachovalen Gehäuse. Und das allerschönste ist, daß beide Varianten zur gleichen Zeit verbaut wurden auf einer Montagestrecke, so viel zum Thema original... . Wegen eventuellem Urheberrecht möchte ich das Bild nicht kopieren, darum hier der Link: zeitzeugen.fh-zwickau.de/?q=ueber-das-zeitzeugen-portal . Die Zeitzeugen-Interviews sind übrigens nicht uninteressant,

      der Karl.